entspannungdo

Die Stille ernährt, der Lärm verbraucht



 
 
Ich schreibe hier gleich über die schwierigste Technik zur Entspannung. Sie erfordert eine Menge Disziplin und Mitarbeit des Anwenders, ist aber nach meiner Meinung auch die effektivste Entspannungsmethode überhaupt.
 
Autogenes Training findet Anwendung und Akzeptanz in der westlichen Medizin und gilt als 'die klassische Entspannungsmethode' in unseren Breitengraden. Entwickelt wurde sie von Prof. Dr. Johannes Heinrich Schultz. Somit ist sie frei von jeglicher Mystik sowie religiöser oder spiritueller Ideologie. Für skeptische Teilnehmer an Entspannungsverfahren und auch für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse ist diese Methode am ehesten geeignet. Prof. J.H. Schultz sieht das Autogene Training als eine Art von "innerer Gymnastik" die, ebenso wie äußere Gymnastik zu einem Bestandteil täglicher Gesundheitspflege werden kann. Genau wie Bewegungs-gymnastik kann auch die tägliche Gymnastik des Nervensystems zu mehr Ausgeglichenheit führen ( Schultz spricht von 'Ökonomisierung der Nerven'). In der Medizin findet das Autogene Training als Therpieform in der so genannten Oberstufe seine Anwendung. Das allgemein bekannte Autogene Training wird als Unterstufe bezeichnet und findet seine Anwendung häufig im Entspannungsbereich - obwohl mehr drin steckt!
 
Bei dieser Entspannungstechnik wird das vegetative Nervensystem zur Ruhe gebracht. Wenn Sie diese Entspannungstechnik lernen, erlangen Sie die Fähigkeit, sich in der Hektik des Alltags immer und überall Entspannungsmomente zu verschaffen. Profis z.B. können durch so genannte Schlüsselreize sofort zur Ruhe kommen. Als Schlüsselreiz bezeichnet man Worte oder Bewegungen die innerhalb des Autogenen Trainings erlernt werden.
 
Aber: Man muss bei diesem Verfahren viel üben. Training bedeutet üben. Mit der Ausbildung während eines Kurses zum Autogenen Training bekommt man ein Verfahren vermittelt, mit dem man aus sich selbst heraus Ruhe und Ausgeglichenheit entstehen lässt ( autogen = griechisch in etwa für selbstständig entstehen). Tägliches Training ist am Anfang empfehlenswert. Ein Erfolg stellt sich erst nach vielem Üben ein. Das ist auch richtig so. Also verlieren Sie nicht den Mut, wenn Sie dieses Verfahren trainieren. Voraussetzung für das Funktionieren der Anwendungen ist der Zustand von Entspannung und Versenkung.
 
Wie schon gesagt, Autogenes Training wird nicht nur als Entspan-nungsverfahren sondern auch etwas abgewandelt als Therapieform in der Psychologie/-therapie angewandt. Als seelisches Heilverfahren ist es sehr vielfältig. Prof. Dr. J.H. Schultz nennt die klassischen Zielsetzungen des Autogenen Trainings ( die letzten drei Punkte betreffen das Autogene Training 'Oberstufe'):
  • Erholung,
  • Selbstruhigstellung,
  • Selbstregulierung sonst unwillkürlicher Körperfunktionen,
  • Herbeiführung von Schlaf,
  • Leistungssteigerung,
  • Abschalten von Schmerzen oder unangenehmen Körperzuständen (z.B. Jucken),
  • Selbstbestimmung,
  • Selbstkritik und Selbstkontrolle,
  • Persönlichkeitsentwicklung.
Innerhalb von 10 Schulungsabenden können Sie bei mir lernen, wie genau Sie mit sich umgehen um diese Ziele zu erreichen. Neben der notwendigen Theorie liegt der Schwerpunkt auf den praktischen Übungen. Zunächst erfahren Sie, wie Sie mit Hilfe von Entspannungsübungen sich selbst beruhigen können und welche Sitzpositionen dafür ideal sind. Danach vermittele ich den Trainingsablauf: mit Hilfe von so genannten Signalwörtern lernen Sie, sich gedanklich auf einzelne Körperbereiche zu konzentrieren und mit fortschreitender Übung auch zu einem immer tieferen Entspannungszustand zu kommen. Hierbei arbeiten wir mit den Vorstellungen von u.a. Wärme, Schwere und auch Kühle. Zuletzt erhalten Sie Einblick in die Fähigkeiten zur Selbstbeeinflussung ( Autosuggestion).
 
Aber, nochmals erwähnt: in diesen Ausbildungsstunden liefere ich Ihnen so zusagen 'das Werkzeug'    ...  Erst intensives, regelmäßiges Training der Anwendungen führt letztendlich zum Erfolg. Je nach Fähigkeit zur entspannenden Konzentration und inneren Versenkung des Teilnehmers kann ein Zeitraum von 3-6 Monaten verstreichen, bevor die Fähigkeiten nach Wunsch 'eingeschaltet' werden können. Geduld ist also ganz wichtig.
 
Beim Autogenen Training gilt wieder einmal der Satz:
In der Ruhe liegt die Kraft.
 
Und noch ein Hinweis: Die Anwendung von autogenem Training ist leider nicht für jeden Menschen gleich gut geeignet. Es gibt Erkrankungen, bei denen dieses Verfahren nicht sinnvoll oder sogar schädlich sein kann. Wenn Sie sich für einen Kurs entscheiden, klären Sie bitte vorher in einem Gespräch mit Ihrem Arzt ab, ob möglicherweise ein Risiko für Sie persönlich besteht.  
 

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