entspannungdoDie Stille ernährt, der Lärm verbraucht![]() Im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts entwickelte der Arzt und Wissenschaftler Edmund Jacobsen in den USA die Tiefmuskelentspannung, auch Progressive Relaxation genannt.
Progressiv = fortschreitend .
Relaxation = Entspannung .
Erst Ende der fünfziger Jahre gewann dieses System durch die sich entwickelnde Verhaltenstherapie an Bedeutung. Heute ist die Progressive Relaxation eines der am häufigsten angewandten Entspannungsverfahren der westlichen Welt.
Jacobsen, der sich intensiv mit der Funktionsweise der Muskulatur beschäftigte, stellte durch Untersuchungen und Experimente fest, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einer Erhöhung der Muskelspannung und Spannungszuständen der Psyche, ausgelöst durch Stress, Ängste oder Unruhe gibt. Er bediente sich daher in seinem Verfahren der muskulären Entspannung um Entspannung sowohl im psychischen Bereich wie auch im Vegetativum zu erlangen.
Praktisch bedeutet dies, dass eine starke Anspannung eines Muskels und das anschließende Entspannen den Unterschied zwischen Verkrampfung und Wohlbefinden deutlicher macht und das Bewusstsein für den Körper sensibilisiert.
Innerhalb des Kurses wird der Teilnehmer aufgefordert, bestimmte Muskeln nacheinander bewusst anzuspannen, die Spannung kurz zu halten, dann zu entspannen und auf die Empfindungen zu achten. Dieses Entspannungsverfahren ist leichter zu erlernen als andere Verfahren. Es eignet sich auch besonders für Skeptiker, die in Entspannungsverfahren Mystik und ‚Hokus Pokus’ vermuten.
Progressive Muskelrelaxation lässt sich mit anderen Verfahre kombinieren indem man einzelne Elemente zum Beispiel in das Autogene Training oder das Yoga-Training einbaut. Bewährt hat es sich auch in der Verhaltenstherapie von Angstzuständen, weil es diesen Patienten das Gefühl gibt, nicht hilflos oder wie gelähmt der Angst ausgeliefert zu sein.
Und ein weiterer, positiver Aspekt: Bei längerem, regelmäßigen Üben wird die Muskulatur viel elastischer. Dieser Umstand macht es auch zu einem Verfahren, das sich für bewegungsarme und ältere Menschen eignet. Die Übungen werden sinnvoller Weise im Liegen durchgeführt. Durch das Anspannen und Entspannen gezielter Muskelgruppen lernt der Übende seinen Körper und -vor allem- den Unterschied zwischen Körperspannung und Körperentspannung kennen. Es gibt einen relativ festen, vorgegebenen Rahmen wie die Übungen durchgeführt werden.
Nach der Ausbildung sollten die Übungen zur Muskelentspannung zu Hause anfangs 2 bis 3 mal täglich ca. 15 Minuten durchgeführt werden, und das am Besten immer zur gleichen Uhrzeit. Durch das sensibilisierte Körpergefühl erkennt der Anwender im täglichen Leben sehr schnell, wenn es wieder zu Anspannungen und Verspannungen des Körpers kommt und kann darauf reagieren.
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