Effektives Arbeiten durch Pausen

Pausen bei der Arbeit? Da verliere ich doch wertvolle Arbeitszeit. Das könnte eine spontane Reaktion auf diesen Beitrag sein.

Ich bin jetzt auf eine wissenschaftliche Studie gestoßen die zeigt, dass eher das Gegenteil durch Kurzpausen erreicht wird.

Pausen erhöhen danach die Konzentration, die Produktivität und beugen Stress vor bzw. bauen ihn ab. Pausen bei der Arbeit tuen einfach gut. Mehrere, über den Tag verteilte Kurzpausen sind dabei wirksamer als nur wenige, dafür längere Pausen. So empfehlen Forscher, alle 55-90 Minuten eine Unterbrechung der Arbeit von fünf bis zehn Minuten.

Pausen erhöhen die Effektivität bei Arbeiten

Regelmäßige, kurze Pausen helfen, Erschöpfung und Konzentrationsschwäche zu vermeiden. Durch die Erholung bleibt die Aufmerksamkeit hoch und ermöglicht so ein fehlerfreies Arbeiten. Übrigens: Die Aussicht auf eine Pause steigert sogar die Motivation und Arbeitsleistung!

Warum kurze Pausen?

In den ersten Minuten ist der Erholungswert am höchsten. Deshalb bringen mehrere Unterbrechungen für wenige Minuten mehr als die klassischen Arbeitszeitmodelle von einer oder zwei längeren Pausen (IGB – Institut für humanökologische Unternehmensführung)

Viele Menschen machen erst dann eine Pause, wenn es gar nicht mehr geht. Oder, sie arbeiten auch dann noch weiter bis der Körper letztendlich eine Pause erzwingt. In diesem Fall kann eine kurze Pause die entstandene Erschöpfung und mangelnde Konzentration nicht komplett wiederherstellen.

Was ist bei der Planung von Pausen wichtig?

Wichtig ist es also, rechtzeitig eine Pause einzuplanen. Dabei ist es entscheidend, wie oft und in welchen Abständen diese Unterbrechungen erfolgen. Auch die Länge der Pause ist entscheidend:

„Seit Jahrzehnten haben wissenschaftliche Untersuchungen und betriebliche Erfahrungen immer wieder belegt, dass sich diese zusätzlichen Erholzeiten von 5 bis 10 Minuten je Stunde in der Regel als ‚lohnende‘ Kurzpausen erweisen.“ (Prof. Dr. Alfred Oppolzer)

Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Pause nicht als verpflichtend empfunden wird. Durch das Gefühl der Fremdsteuerung tritt der gewünschte Erholungseffekt nicht ein.

Bewegung in der Kurzpause

Die positive Wirkung von Kurzpausen wird durch Bewegung gesteigert. Bewegung fördert die Durchblutung und entlastet den Körper vom Sitzen. Vor allem Bildschirmarbeiter sollten die Augen entlasten und z.B. etwas aus dem Fenster schauen.

Ist Pausen machen denn erlaubt?

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass z.B. Bildschirmarbeit regelmäßig durch Pausen oder andere Tätigkeiten unterbrochen wird (Bildschirmarbeitsverordnung). In dieser Verordnung werden leider keine genaueren Definitionen vorgenommen. Die Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung im Bildungswerk Verdi empfiehlt, alle 50 Minuten die Arbeit am Bildschirm zu unterbrechen.

Das ist so jedoch keine gesetzliche Klarstellung. Aber, wir machen ohnehin doch einige versteckte Unterbrechungen. Wir gehen zur Toilette, machen uns eine Kaffee oder rauchen eine Zigarette. Ein Gespräch mit den Kollegen oder ein kurzer Blick aufs Handy gehören ebenso dazu.

Das Ziel ist es, aus versteckten Unterbrechungen aktive Pausen zu machen. Wie bereits erwähnt, schafft man dadurch sogar Arbeitszeitgewinn, weil die Leistung hoch bleibt und Fehler vermieden werden. Davon profitiert auch der Arbeitgeber.

 

 

 

 

 

Wer mehr über Kurzpausen wissen möchte

Quellen zum Blogartikel

*„Die Wirkung von Kurzpausen am Arbeitsplatz im Hinblick auf Arbeitsbewältigung und Zufriedenheit“ (Hrsg. IGB – Institut für humanökologische Unternehmensführung in Kooperation mit Fa. Comesa)

** „Menschengerechte Gestaltung der Arbeit durch Erholzeiten“ (Alfred Oppolzer)

***„Die Bildschirmpause“ (Ergo Online – Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung im Bildungswerk verdi)

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