Mandala

Mandala … dazu fallen Ihnen vielleicht die zur Zeit verstärkt angebotenen Bildvorlagen zum Ausmalen für Erwachsene ein. Das Ausfüllen von Mandalas mit Farbe gehört zu den Entspannungsverfahren. Allerdings ist die Reduzierung auf ‚Ausmalbildchen‘ viel zu einfach.

Was ist typisch für ein Mandala ?

Das Mandala wird gern als ein ganz besonderer Kreis bezeichnet. Tatsächlich sind die Original-Mandalas immer kreisförmig, teilweise schließt der Kreis auch Quadrate, Dreiecke mit ein. Diese eckigen Formen dürfen niemals über den Kreis hinausragen – dann sind es wirklich nur ein ‚Ausmalbildchen‘.

Woher kommt das Wort Mandala ?

Das Wort Mandala kommt aus der Sprache Sanskrit und bedeutet dort Kreis mit einem festen, inneren Bezugspunkt – ein Symbol für innere Ordnung. Es gibt keinen Anfang und kein Ende, alles spielt sich um den magischen Mittelpunkt ab.

Mandala und Meditation

Im Buddhismus, besonders bei den Indern und Tibetern, wird das Mandala als Symbol zur Meditation verwendet und so definiert:

Der Kreis des Mandala ist Symbol des Weges und des Zieles, der Konzentration und der Gegensatzvereinigung. Er ist ein Weg zur Mitte, zum Individuum. Er führt heraus aus der Gegenwart in die Ewigkeit.

Mandala und westliche Welt

In unserem Lebensraum definieren wir etwas rationaler, wenn auch inhaltlich ähnlich. Wir verbinden mit Mandala = Kreis eher Zentrierung, Konzentration, Struktur, Ordnung. Mit diesen Begriffen können wir mehr anfangen.

Menschen sind schon immer vom Kreis fasziniert und entdeckten schon früh das Magische darin. Die alten Gerichtsstätten wurden in Kreisform gebaut, alte Friedhöfe sind oft um die Kapelle herum gebaut. Medizinmänner formten früher Kreise um ihre Patienten, damit die Energie nicht entweichen sollte. Oder denken Sie an die kreisrunden Fenster von Kathedralen; zum Teil sind auch Kirchengebäude in dieser Kreisform erbaut. Wenn Sie in diesen Bauwerken sind, spüren Sie bestimmt die Magie und Kraft, die dort ist.

Mandala und Kosmos

Die Mandala-Kreise müssen aber nicht immer vom Menschen geschaffen werden: sie begegnen uns in unserem Kosmos, in unserem Universum überall. Sonne und Mond erscheinen uns als Kreis, das gesamte Planetensystem in seiner Ordnung ist in Kreisform aufgebaut. Der ins Wasser geworfene Stein erzeugt kreisförmige Wellenbewegungen. Die Jahresringe an den Bäumen gehören auch in dieses Thema.

Auch in unserer Sprache findet sich der Mandala-Kreis wieder: Freundeskreis, Gesprächskreis, im Kreise der Familie. Viele Volkstänze, aber auch das meditative Tanzen gehen im Kreis; die Verbundenheit von Ehepartnern wird durch kreisrunde Ringe symbolisiert.

Mandala und Psychologie

In der Psychologie hat sich das Mandala zu einem unverzichtbaren Bestandteil von Ursachenforschung und Therapie entwickelt. Der Tiefenpsychologe C.G. Jung konnte feststellen, dass die Beschäftigung mit Mandalas Schutz gibt, Sinn- und Richtungsweisend ist, Ordnung und Sicherheit zeigt, das Gefühl von Ganzheit vermittelt aber auch Neugier und Faszination weckt.

Wirkung des Mandalas

Die Bedeutung des Mandala liegt also in der Beschäftigung mit dem Mandala. Dabei ist es nicht zwingend wichtig, ein begonnenes Mandala ‚fertig‘ zu bekommen. Durch die Konzentration auf das Bild und seine Farben wird der Gedankenfluss beruhigt oder sogar gestoppt, der Körper entspannt sich und Ruhe stellt sich ein. Durch diesen Entspannungsvorgang steigern Sie Ihre Belastbarkeit im Alltag, fördern Kreativität.

Eine weitere Variante ist das Legen von Mandala. Das hat seinen Ursprung in der tibetischen Lebensweise. Die tibetischen Mönche fertigen häufig Mandalas aus eingefärbtem Sand. Dieses Wirken wurde im Jahr 2011 auch in Essen von einigen Mönchen vorgeführt. Das Wegwischen dieses Mandala nach oft tage- oder wochenlangem Arbeiten symbolisiert die Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal von der Entbindung der materiellen Welt.

Was ist noch zu beachten ?

Für das Malen und auch für das Legen von Mandalas sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Meine Veranstaltungen sind frei von religiösen Einflüssen und legen den Fokus auf die Entspannung.